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Blüten- und insektenreiche Bergwiesen im Naturpark Thüringer Wald

Projektlaufzeit: 01.06.2021 – 31.05.2024

 

Arnika-WieseDurch Nutzungsaufgabe gehen immer mehr Borstgrasrasen und damit auch die Symbolpflanze des Thüringer Waldes, die Arnika, verloren. Foto: LPV Thüringer Wald e.V. 

 

Die historisch entstandenen Bergwiesen des Thüringer Waldes sind ein prägender Bestandteil dieser sonst eher walddominierten Kulturlandschaft und besitzen einen hohen Wert für die biologische Vielfalt. Aufgrund des wirtschaftlichen Strukturwandels mit einhergehender Nutzungsauflassung und Verbrachung sind diese artenreichen Lebensräume jedoch zunehmend gefährdet.   Der dringende Handlungsbedarf wurde auch während der letzten Untersuchungen der FFH-Gebiete zur Managementplanerstellung deutlich. Viele der in der Region vorkommenden Bergwiesen wiesen damals zwar noch einen relativ günstigen Erhaltungszustand auf, zeigten bedingt durch die nicht biotopgerechte Nutzung oder mangelnde Pflege aber schon deutliche Verschlechterungstendenzen. Da diese Kartierungen aber bereits einige Jahre zurückliegen, ist der Handlungsbedarf heute höher denn je.   

Um dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten, wurde im Jahr 2021 vom Landschaftspflegeverband Thüringer Wald e.V. das Projekt „Blüten- und insektenreiche Bergwiesen im Naturpark Thüringer Wald“ initiiert. Dieses wird durch den Freistaat Thüringen und die Bundesrepublik Deutschland mit Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" (GAK) im Sonderfond Insektenschutz gefördert.  Ziel ist es, Berg-Mähwiesen, Borstgrasrasen sowie Übergangs- und Schwingrasenmoore wieder in einen guten Erhaltungszustand zu bringen bzw. diesen zu erhalten und langfristig einen Biotopverbund im Naturpark Thüringer Wald aufzubauen.  

Für den Erhalt oder die Wiederherstellung eines guten Erhaltungszustandes dieser Lebensraumtypen werden im Rahmen des Projektes primär die Maßnahmen der FFH-Managementpläne – Fachbeitrag Offenland umgesetzt. Für eine Vielzahl der Flächen bedeutet dies zunächst die Durchführung von Erstpflegemaßnahmen wie Gehölzentnahmen, um die fortgeschrittene Sukzession zurückdrängen. Auf vielen Wiesen werden so nicht nur die Lichtverhältnisse für Fauna und Flora verbessert, sondern vielerorts können auch wieder Verbindungen zwischen vorher isolierten Splitterflächen geschaffen werden. Aber auch Instandsetzungsmahden gegen Verfilzung, Baumfällarbeiten, die Wiederinbetriebnahme von vorhandenen Grabensystemen zum gezielten Wasserrückhalt bzw. Ableitung von Schmelzwässern auf ursprünglichen Mähwiesen oder Maßnahmen zur Instandsetzung der Zufahrtswege gehören zu den im Projekt umgesetzten Erstpflegemaßnahmen. Die anschließende Dauerpflege durch Mahd mit Beräumung dient einer Aushagerung und zielt darauf ab, die Entwicklung der Flächen an den dort vorkommenden und gewünschten Zielarten auszurichten.

Meisenbach vorher

Verbrachte Bergwiese im Juli 2022; Foto: M.Ehmig 

Meisenbach nachher

​​Nach Umsetzung von Erstpflegemaßnahmen im Oktober 2022. Foto: M.Ehmig 

Ein besonderer Schwerpunkt des Projektes liegt dabei auf dem Insektenschutz mit dem Hellen Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Phengaris teleius) und Dunklem Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Phengaris nausithous) als Leitarten. Der Schutz der Bergwiesen und der Insekten gehen dabei Hand in Hand, denn um den dramatischen Rückgang der Arten entgegenzuwirken, spielt der Schutz ihrer Lebensräume eine zentrale Rolle. Hierfür werden bei der Mahd und nachfolgenden Arbeitsschritten insektenschonende Maßnahmen getroffen, denn obwohl eine Mahd für den Erhalt des Lebensraums Bergwiese unabdingbar ist, stellt diese gleichzeitig eine tödliche Bedrohung für die Wiesenfauna dar. Mit Methoden wie der Verwendung von Balkenmähwerken, einer hohen Mahdhöhe, insektenfreundlichen Mähtechniken und dem Erhalt von Schonstreifen soll dieses Risiko verringert werden. 

Indessen sind viele der heute besonders wertvollen und gut erhaltenen Flächen im Thüringer Wald dem jahrzehntelangen Einsatz von ehrenamtlichen Naturschützern zu verdanken. Aber aufgrund der Altersstruktur und mangelnder technischer Ausrüstung ist die Aufrechterhaltung der Pflege auf vielen Standorten akut gefährdet. Um diesem Trend entgegenzuwirken, erfolgt im Rahmen des Projektes eine enge Zusammenarbeit mit dem ehrenamtlichen Naturschutz. Hierfür wurde ein projekteigenes Landschaftspflegeteam eingestellt und bergwiesentaugliche Spezialtechnik beschafft, um sowohl technische als auch personelle Unterstützung bei der Pflege der Bergwiesen gewährleisten zu können. Die moderne Technik erleichtert die Pflege von Splitterlagen, Steil- oder Nassflächen sowie Flächen mit einem ausgeprägten Mikrorelief.

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Pflege einer Bergwiese durch das Landschaftspflegeteam im Juli 2022. Foto: M.Ehmig 

Neben diesen unterschiedlichen Maßnahmen zum Erhalt der Bergwiesen werden im Rahmen des Projektes auch Kartierungen von potenziellen Spenderflächen zur Mahdgutübertragung durchgeführt. In Absprache mit dem TLUBN werden diese bei entsprechender Eignung in den Spenderflächenkataster aufgenommen. Mit der Eröffnung eines Bergwiesenzentrums, einem jährlichen Bergwiesenkalender und der Teilnahme an verschiedenen Veranstaltungen wird die Bedeutung der heimischen Bergwiesen als vielfältige Lebensräume außerdem der Öffentlichkeit nähergebracht.  

Vor Ende der Projektlaufzeit im Dezember 2023 ist darüber hinaus aber noch vieles geplant: so wird im Sommer eine "Bergwiesen- und Insektenfibel" mit kindgerechtem Begleitheft veröffentlicht und der traditionelle Bergwiesen-Mahdwettbewerb mit der Handsense des LPVs Thüringer Wald ausgerichtet. Der Fokus liegt aber auch in diesem Jahr wieder auf den praktischen Arbeiten zur Instandsetzung und Pflege der blüten- und insektenreichen Bergwiesen. 

 

 

Fragen zum Projekt?

Nehmen Sie Kontakt auf:

 

Projektleiterin
Maya Ehmig

Telefon: 036704-80597
Fax: 036704-709919
E-Mail: 

Projektmitarbeiter

Christopher Arnold

Telefon: 036704-80597
Fax: 036704-709919
E-Mail: 

 


 
Gefördert durch:

Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz

 

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