Wenn Turmstationen zu Lebensräumen werden
Wo natürliche Nischen und Hohlräume an Gebäuden verloren gehen, können Nisthilfen und Quartiere neue Möglichkeiten für Vögel und Fledermäuse schaffen. In Rückerswind und Friedrichshöhe werden dafür vorhandene Türme genutzt.
In Rückerswind wird es schon eng
In Rückerswind, einem Ortsteil der Gemeinde Frankenblick, wurde 2024 ein ehemaliger Trafoturm zu einem Artenschutzgebäude umgestaltet. Verschiedene Nisthilfen und Quartiere bieten dort Vögeln, Fledermäusen und Insekten geeignete Plätze zum Brüten und als Rückzugsort.
Wie gut die Angebote angenommen werden, zeigte die diesjährige Kontrolle: Alle Nistkästen waren besetzt, in mehreren fanden sich sogar Spuren mehrerer Bruten. Die Kästen waren teilweise bis oben mit Nistmaterial gefüllt – Zeit für eine gründliche Kontrolle und Reinigung.
Auch aus dem Ort gibt es positive Beobachtungen. Eine Anwohnerin berichtete von besonders vielen Meisen und Spatzen in diesem Jahr. Auch Stare waren wieder zu sehen. Die eigens angebrachten Schwalbennester wurden dagegen bisher noch nicht angenommen.
Das zeigt: Nicht jede Nisthilfe wird sofort entdeckt. Manche Angebote brauchen Zeit, bis sie von den passenden Arten angenommen werden.
Neue Quartiere in Friedrichshöhe
Während in Rückerswind bereits erste Erfahrungen mit der Nutzung gesammelt werden, sind in Friedrichshöhe gerade neue Quartiere entstanden.
An der Turmstation wurden am 16. September insgesamt sechs Kästen für Vögel und Fledermäuse angebracht. Initiator der Maßnahme ist die Natura 2000-Station Thüringer Wald in Trägerschaft des Landschaftspflegeverbands Thüringer Wald.
Ein Fledermaus-Großraumkasten, zwei Universal-Nistkästen, eine Starenhöhle sowie zwei Meisenkästen bieten künftig unterschiedliche Möglichkeiten für tierische Bewohner. Der Standort am Siedlungsrand grenzt an eine vielfältig strukturierte Landschaft, in der verschiedene Fledermausarten nachgewiesen sind.
Die Montage übernahm die Thüringer Energienetze GmbH & Co. KG (TEN). Die Kästen wurden von der HEU-HEINRICH® GmbH & Co. KG aus Scheibe-Alsbach gespendet.
Zwei Türme, ein gemeinsamer Gedanke
In Rückerswind wird bereits sichtbar, was aus solchen Angeboten entstehen kann. In Friedrichshöhe beginnt nun die nächste Geschichte: Die neuen Kästen warten auf ihre ersten Bewohner.
Beide Projekte zeigen, dass auch vorhandene Bauwerke zu zusätzlichen Lebensstätten für die heimische Tierwelt werden können. Und dass zum Artenschutz nicht nur das Anbringen von Nisthilfen gehört, sondern auch ihre Beobachtung, Kontrolle und Pflege.
Fotoserien
Lebenräume am Turm (DO, 24. September 2026)
Einblicke in die Artenschutzprojekte an den Turmstationen in Rückerswind und Friedrichshöhe: von der Einrichtung neuer Nisthilfen und Fledermausquartiere bis zur Kontrolle und Reinigung der Kästen in Rückerswind.
Urheberrecht:





Neuer Lebensraum an Turmstationen
Bei der diesjährigen Kontrolle waren alle Nistkästen in Rückerswind besetzt. In mehreren Kästen fanden sich Spuren mehrerer Bruten.
Eine ganze Saison in einem Kasten: Martin Kühn hält das gesammelte Nistmaterial aus einem der kontrollierten Nistkästen in den Händen.
An der Turmstation in Friedrichshöhe wurden im September neue Nisthilfen und ein Fledermausquartier angebracht.
Bereit für neue Bewohner: Die Turmstation in Friedrichshöhe mit den neu angebrachten Kästen für Vögel und Fledermäuse.
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