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Blüten- und insektenreiche Bergwiesen im Naturpark Thüringer Wald

Laufzeit: 01.06.2021 – 31.12.2023


Hintergrund und Projektziel:

Das Mittelgebirge „Thüringer Wald“ mit dem gleichnamigen Naturpark und Biosphärenreservat ist eine walddominierte Kulturlandschaft mit einer hohen Vielfalt an Lebensräumen und Arten. Mosaikhaft wechselnde, eng verzahnte Wald- und Offenlandlebensräume prägen die Region und machen ihren hohen Wert für die biologische Vielfalt aus. Die Diversität der gesetzlich geschützten Offenlandbiotope, im Speziellen der Berg-Mähwiesen (LRT 6520), Borstgrasrasen (LRT 6230) und Übergangs- und Schwingrasenmoore (LRT 7140) ist jedoch durch den wirtschaftlichen Strukturwandel mit einhergehender Nutzungsauflassung und Verbrachung zunehmend gefährdet.

Entstanden sind die heutigen Bergwiesen des Thüringer Waldes durch Waldrodungen (erkennbar an Ortsnamen wie „Brotterode“) und der anschließenden Nutzung durch Bergbauern als Mähwiese zur Gewinnung von Heu und Einstreu für ihr Vieh. Außerdem erfolgte immer eine Vor- und Nachbeweidung der kargen Flächen, oftmals mit anspruchslosen Ziegen („Die Kuh des kleinen Mannes“). Über die Jahrhunderte der Nutzung und Pflege entwickelten sich somit äußerst artenreiche Kleinstrukturen über sämtliche Höhenstufen des Thüringer Waldes. Doch mit Industrialisierung und Globalisierung veränderten sich die Lebensbedingungen der Bevölkerung stark. Heute werden oftmals nur noch große, mit Technik gut zugängliche und daher wirtschaftlich rentable Wiesen genutzt. Kleine abgelegene, unwirtschaftliche Sonderstandorte wiederum verbrachen und verbuschen in großem Stil. Hier hat das Land Thüringen eine besondere Verantwortung, das Fortbestehen dieser geschützten Offenlandbiotope auch für die Zukunft zu gewährleisten.

Mit dem Ziel des Insektenschutzes und der Verbesserung der Erhaltungszustände auf o.g. Lebensraumtypen setzt das Projekt „Blüten- und insektenreiche Bergwiesen im Naturpark Thüringer Wald“ die in der FFH-Managementplanung – Fachbeitrag Offenland festgehaltenen Maßnahmen zur Pflege und Offenhaltung dieser historisch entstandenen Bergwiesen um. Dabei werden Flächen in und um die FFH-Gebiete des Thüringer Waldes berücksichtigt. Der Schwerpunkt des Projektes liegt auf dem Insektenschutz mit dem Hellen Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Maculinea felerus) und Dunklem Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Maculinea nausithous) als Leitarten (beide geschützt nach Anhang ll der FFH-Richtlinie.

Neben den im Projekt geplanten und durchgeführten Maßnahmen findet ebenfalls eine enge Abstimmung und Unterstützung des Ehrenamtlichen Naturschutzes im Thüringer Wald statt. Nur dem jahrzehntelangen ehrenamtlichen Einsatz ist der gute Zustand vieler wertvoller Flächen zu verdanken, doch Alterungsprozesse und mangelnde technische Ausrüstung gestalten die Pflege als zunehmend schwierig. Um diesem Trend entgegenzuwirken, wurde ein projekteigenes Landschaftspflegeteam eingestellt und neue Technik für die Pflege von Sonder- und Kleinststandorten beschafft, um sowohl technische als auch personelle Unterstützung gewährleisten zu können.

Übergabe Landesprojekt

Übergabe des Fördermittelbescheids durch die Thüringer Umweltministerin Frau Siegesmund

Mäharbeit
Hydromäher eigenen sich besonders für den Einsatz auf hängigen oder feuchten Sonderstandorten

Schmerbachwiese
Typischer Zustand einer zunehmend von Verbuschung betroffenen Bergwiese im Thüringer Wald

Ehrenamt

Einsatz von Ehrenamtlichen bei der Bergwiesenmahd mit Unterstützung des projekteigenen Reform Muli

Gefördert durch:


Förderung TMUEN


und

 

Förderung BMEL